Wie ich grade gesehen habe, wurde gestern (17.12.) der Besucherrekord meines Blogs auf einen neuen Höchstwert geschraubt! Dafür danke ich all den Lesern, die sich frei-, unfall-, oder ganz willig auf meine Seite verirrt haben… Bald werden es Millionen sein! Es ist nicht mehr aufzuhalten…

Wie dem auch sei, ich wollte euch kurz die Studie näherbringen, von der ich einiges halte. Hier die Ultrakurzfassung:
Atemwegsmanagement bei Reanimation
Das ersteintreffende Rettungsmittel stellt einen Kreislaufstillstand fest.
Der 2. Mann fängt sofort mit der Herzmassage an (bis 100 mal).
In der Zeit hat der 1. Mann Zeit, die Atemwegshilfe auszupacken und einzuführen.
Die Atemwegsmittel sind entweden die Larynxsmaske (siehe auch Glossar) oder der Larynxtubus.
Welches dieser Mittel der Anwender zur Verfügung hat, steht erst beim öffnen der nicht durchsichtigen Verpackung fest.
Er hat nun 2 Versuche, das Hilfsmittel zu platzieren. Schafft er das nicht, wird in den Standardalgorithmus der ERC gewechselt (= Maskenbeatmung/Thoraxkompression 2:30).
Die richtige Platzierung der Hilfsmittel lässt sich u.a. dadurch feststellen, dass sich der Brustkorb hebt, kein Luftentweichen (Leckage) zu hören/fühlen ist und der Beatmungsdruck niedrig ist.
Nach dem Einsatz ist auf der Wache ein Sonderprotokoll auszufüllen, wo Erfahrungen etc. festgehalten werden können
Meine Meinung zu dem Thema ist folgende:
Ich finde es klasse, dass nun endlich alternative Atemwegsmittel auf den RTW/NEF vorhanden sind. Bisher war es so, dass nur Maskenbeatmung oder Intubation möglich waren. Die Maskenbeatmung ist mitunter extrem schwierig, oder auch unmöglich und erfordert einiges an Erfahrung und auch Übung. Gleiches gilt für die Intubation. Zudem führt eine Maskenbeastmung bei Kreislaufstillstand auch immer zu einer Belüftung und damit Blähung des Magens, da der normale Verschlussdruck des „Magensphynkters“ (Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen) beim kreislaufsuffizienten Patienten 20 mmHg beträgt, also eine gute Maskenbeatmung möglich macht, bei Kreislaufstilstand jedoch innerhalb von Minuten auf fast null fällt und somit eine Mageninsufflation nicht zu vermeiden ist. Auch nicht bei perfekter Technik.
Die Intubation erfordert gleichauf hohe Fertigkeiten und es kann mir keiner weissmachen, dass ein hauptamtlicher RA Routine in der Intubation hat. Zumal präklinisch die Bedingungen weitaus schwerer sind, als sie es im OP sind.
Mit der Larynxmaske habe ich im OP gute Erfahrungen machen können, bzw. dürfen. Ich konnte einige dutzend bei Erwachsenen als auch bei Kleinkinden legen und habe ausnahmslos ALLE dicht gekriegt. Also quasi Idiotentest bestanden
.
Es gibt verschiedene Techniken, letzendlich zählt nur die Effektivität. Mit dem Larynxtubus habe ich keine Erfahrungen.
Ich bin gespannt, ob auch unsere Wachen an der Studie teilnehmen. Ach ja, die Hilfsmittel dürfen nur dann vom RA angewendet werden, wenn er vorher eine Einweisung und praktische Übung erhalten hat. Ich dürfte das also nicht…
Aber die Praxis sieht mitunter anders aus…