So, der letzte Schultag des Theorieblocks liegt hinter mir, das zweite Lehrjahr ist mit dem heutigen Tag beendet. Morgen heisst es: OBERKURS und 100€ brutto mehr Kohle (die man dann im Winter zum heizen brauchen wird, danke lieber Stromausbeuteranbieter). Doch eine Aufgabe hatte ich noch. Unser Schulleiter musste „zeitig weg“, dumm nur, dass die Unterrichtseinheit „Reanimation“ noch nicht abgehandelt war.
Nachdem ich am Montag schon einen kleinen Vortrag über die Intubation des Notfallpatienten gehalten hatte und den angehenden Krankenschwestern und -pflegern eingebläut hatte, was man wie vorzubereiten hat, fragte mich el Cheffe heute, ob ich nicht noch Bock hätte den Reanimationalgorhythmus nochmal durchzusprechen und sie bei der Herzruckmassage und der Beatmung mit dem Ambubeutel anzuleiten. Für Geld tut man bekanntlich alles, also noch flott ein paar Zyklen ERklär-Bär spielen und Feierabend… Denkste, Fragestunde war angesagt. Aber ich fands gut das sich einige interessiert gezeigt haben, denn ich hatte ehrlich damit gerechnet, dass die meisten aufgrund der Tatsache, dass nur ich anwesend sein würde und kein Lehrkörper (ich liebe dieses Wort xD ) = Autorität , zügigst den Ausgang aufsuchen würden.
Teufelchen hab ich übrigends auch gespielt…
An die Rea-Puppe war ein Anzeigegerät für die Drucktiefe und das Beatmungsvolumen angeschlossen. Der Blick von ausnahmslos ALLEN ging immer nur auf die Anzeige. So, jetzt gibts da son schönen Spruch aus der Medizin: „Don´t treat the monitor, treat the patient! „ (Nicht den Monitor behandeln, sondern den Patienten!) Also erstmal schön das Gerät geklaut *fies* ;D. Was nun? Großes Geschrei „aber wie weiss ich denn ob der Patient genug Luft bekommt???“. Tja, im Realfall hat man das Ding auch nicht, also immer schön auf die Brust gucken, ob sie sich beim beatmen hebt. Wenn ja: gut, wenn nein: schlecht, Technik überarbeiten, Ursache suchen. An der Puppe ist das ganze ja noch einfach, aber an dem Opi mit Vollbart… Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Aber das lernt man dann auch im Anästhesie- oder Intensiveinsatz.
Als zukünftige Oberkursschüler bzw. Krankenpflegekräfte sollte man schon in der Lage sein, zumindest BLS (Basic Life Support) in einer akzeptablen Qualität bis zum Eintreffen professioneller Hilfe (Rettungsdienst / Anästhesie-Reanimations-Team). Ich denke „meine Jungs & Mädels“ haben das Prinzip jetzt geschnallt und sind mit diesen Basics für den Ernstfall gerüstet…
Ich kann nur jedem wärmstens ans Herz legen, seine Kenntnisse bezüglich der Wiederbelebung aufzufrischen. Das kann man bei jedem Ortsverein des DRK oder einer der sonstigen Hilfsorganisation. Erste Hilfe rettet Leben! Ich werde dazu demnächst mal einen Einsatz aus dem Rettungsdienst veröffentlichen, um zu verdeutlichen, wie wichtig sie ist…
Verfasst von krankenhausblogger
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